***** Was auf dem Debütalbum von 1973 noch etwas holprig und unausgegoren klang, klingt auf dem im Frühjahr 1973 erschienenen Album „Styx 2“ schon wesentlich ausgereifter. Dennis deYoung, John Curulewski, Chuck Panozzo, John Panozzo und James Young verzichteten auf musikalische Elemente und boten statt dessen eine ausgewogene Mischung aus kernigen Rockern und hinreißenden Balladen. Mit dem recht poppigen „You Need Love“ geht es gleich gut los. Dann folgt die traumhafte Rockballade „Lady“. Bei seinem Erscheinen nahm kaum ein Mensch Notiz von diesem musikalischen Juwel. Erst knapp zwei Jahre später erhielt das Lied die Aufmerksamkeit, die ihm zustand. Als Single veröffentlicht kam „Lady“ im Frühjahr 1975 bis in die amerikanischen Top 10 und bescherte der Gruppe den überfälligen Durchbruch. Der späte Erfolg von „Lady“ zeigt, daß echte Qualität manchmal seine Zeit braucht, um sich durchzusetzen. Das verhaltene, über 8 Minuten lange „A Day“ ist musikalisch irgendwo zwischen den frühen Deep Purple und The Doors angelegt. In breiten Instrumentalsätzen können James Young, Dennis deYoung und John Curulewski zeigen, was sie draufhaben. Den Abschluß von Seite 1 bildet „You Better Ask“, ein solider Rocker, der allerdings nicht weiter auffällt. Seite 2 beginnt sakral mit Johann Sebastian Bachs „Fuge In B“, das nahtlos in „Father O.S.A.“ übergeht. Dieses hymnenhafte, über 7 Minuten lange Stück gehört neben „Lady“ und „A Day“ zu den Höhepunkten des Albums. Mächtige Orgelklänge werden unterbrochen von sanften Gitarrenklängen und Dennis deYoungs Gesang. In dem treibenden Rocker „Earl Of Roseland“ lassen es Styx richtig krachen. Der Kontrast zwischen „Father O.S.A.“ und „Earl Of Roseland“ zeigt, daß Styx sowohl in sanften und elegischen Klangbögen genau so sicher sind, wie in rockigen Gefilden. Den Abschluß eines rundum gelungenen Albums bildet „I’m Gonna Make You Feel It“, einem soliden Rocker. Wer Styx mag, der wird dieses Album zu schätzen wissen. |