****** In Australien war John Paul Young längst ein Topstar, als er sich aufmachte, auch den Rest der Welt zu erobern. Und da er mit Harry Vanda und George Young die Top-Produzenten Australiens an seiner Seite hatte, konnte auch nicht viel schiefgehen. Erstmals tauchte sein Name Anfang 1976 in den internationalen Hitparaden auf, „Yesterday’s Hero“ bescherte ihm einen internationalen Achtungserfolg. Als die britische Teeniegruppe Bay City Roller knapp ein 3/4 Jahr später mit „Yesterday’s Hero“ einen internationalen Tophit landen konnte, interessierte sich das Publikum auch für den Originalinterpreten des Liedes. Das Trio John Paul Young, George Young und Harry Vanda reagierte prompt auch das gestiegene Publikumsinteresse und produzierte „Standing In The Rain“, einem der großen Sommerhits des Jahres 1977 (u.a. Nr. 4 der deutschen Charts). Im ersten Moment klingt „Standing In The Rain“ relativ simpel, offenbart aber nach mehrmaligen Anhören interessante Ansätze. Da ist zum einen die interessante Verbindung aus Pop und Discosound und zum anderen die Stimme von John Paul, die eher nach einem Rocksänger als nach einem Vertreter der Popmusik klingt. Die Musikpresse stürzte sich nun auf den neuen Star aus Australien und fütterte die Musikinteressierten mit einer Vielzahl von zum Teil irreführender Fakten. So galt er jahrelang als einer Brüder des Young-Clans (Produzent George Young sowie Malcolm und Angus Young von AC/DC). Nach dem Erfolg von „Standing In The Rain“ kam mit „Love Is In The Air“ gleich der nächste Knüller aus der Hitschmiede von Harry Vanda und George Young, der den Erfolg von „Standing In The Rain“ noch um einiges übertraf (u.a. Nr. 3 in Deutschland, Top 10 in England und Top 20 in den USA). Auch dieses Stück ist wenig spektakulär, setzt sich aber wie langsam wirkendes Gift in den Gehörgängen nachhaltig fest. Darüber hinaus verfügt „Love Is In The Air“ über enormes Evergreeen-Potential, wie nur ganz wenige Hits aus jener Zeit. So wie es aussah hatte John Paul Young das Potential zu einer langen internationalen Karriere, die beiden Alben „J.P.Y“ (1976) und „Lost In Your Love“ (1978), die durch enorme Viefältigkeit bestachen, schienen das zu bestätigen. Aber irgendwie verlor das Publikum seinem letzten Hit „Lost In Your Love“ das Interesse an ihm. Der 1994 erschienene Sampler „Love Is In The Air“ enthält neben den Hits „Yesterday’s Hero“, „Standing In The Rain“, „Love Is In The Air“ und „Lost In Your Love“ 10 weitere, zum Teil sehr interessante Stücke der Jahre 1972-1979, von denen „Pasadena“, „The Love Game“, „The Day That My Heart Caught Fire“, „Heaven Sent“, „Hot For Your Baby“ (klingt streckenweise wie eine Bruce Springsteen Nummer!), „6 5 33 5 4“ und „Don’t Sing That Song“ allerbeste Unterhaltung bieten. Bis auf „Here We Go“ stammen alle Stücke aus der Feder von Harry Vanda und George Young. Wer einmal interessante und unterhaltsame Popmusik der späten 70er Jahre für sich entdecken möchte, der macht mit dem Sampler „Love In The Air“ einen absolut guten Griff. |