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| Geburtstage | | Jason Kay | | 30.12.1969 | | Derrick McKenzie | | 27.03.1962 | | Rob Harris | | 27.08.1971 |
| Komponisten, Texter und ProduzentenJamiroquai, Jay Kay, Toby Smith, Charlie Harris, Matt Johnson [Jamiroquai], Jay K., Al Stone, Rob Harris, Brad Spence, Mike Spencer, The Pope, Derrick McKenzie, Paul Turner
Während seiner zehnjährigen Odyssee durch die Galaxien des Funk sorgte JAMIROQUAI für einige spektakuläre Statistiken: Die vier Alben, die seit seinem kometenhaften Aufstieg aus der Londoner Acid Jazz Szene veröffentlicht wurden haben weltweit über 16 Millionen Einheiten verkauft. Allein die letzten beiden Alben, "Travelling Without Moving" (1996) und "Synkronized" (1999) gingen 11 Millionen mal über die Ladentheken. Doch keine Spur von Star-Allüren und Höhenflügfen. Jay Kay bleibt mit beiden Beinen auf dem Boden. "Erfolg bedeutet für mich, dass es da draußen eine Menge Menschen gibt, denen meine Musik ebensoviel bedeutet wie mir", so Jay. "Das tolle daran ist, dass es diese Menschen überall auf der Welt gibt und nicht nur in England. Meine Musik wird tatsächlich überall gehört. Sie ist universell - und das bedeutet mir sehr viel."
Hier und jetzt, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines fünften und wohl abwechslungsreichsten Albums "A Funk Odyseey", kann Jay zu recht stolz auf seine musikalische Vergangenheit zurückblicken. Aus dem dünnen, blassen Londoner Skater-Kid, das vor rund zehn Jahren zum ersten Mal ohne einen konkreten Plan ins Studio ging, um sein erstes Album aufzunehmen ist ein internationaler Superstar geworden. Bereits die erste Single "When You Gonna Learn" (1992) katapultierte Kay samt komischer Mütze in den musikalischen Orbit. Eine Dekade später scheint es rückblickend, als hätten sich musikalische Trends stets JAMIROQUAI angepasst und nicht etwa umgekehrt. Jay Kay war der musikalischen Entwicklung stets um die Länge einer Hutkrempe voraus.
‚Boogie' heißt das neue alte Zauberwort: Egal, ob in Pariser Discotheken oder auf den Filmsets in Hollywood - die Melange aus Boogie und pre-techno Dance ist zur Zeit der heißeste Trend weltweit. JAMIROQUAI war natürlich wieder einen Schritt voraus transportierte diese funkige Mischung auf "Synkronized" direkt auf einen neuen musikalischen Level. Mit "A Funk Odyssey" geht er wieder einen Schritt weiter. Er hat die ‚Funk-Machine' generalüberholt und gut geölt. Der Motor schnurrt sonor zum Takt der technologischen Beats. Nachdem der Club-Sound mit seinen Machern erwachsen wurde, konnte sich Jay Kay seine Pole-Position vor Kollegen wie Daft Punk oder Basement Jaxx sichern. Mit seinem innovativen und funkigen Style war JAMIROQUAI stets der Praktiker der Szene. Wenn Größen wie Bootsy Collins und Gil Scott Heron ihm Respekt zollen, HipHop Idole wie Gang Starr, Busta Rhymes und Missy Elliott mit ihm arbeiten wollen, oder Samples von ihm verwenden, scheint er eine Menge richtig gemacht zu machen. Wenn zusätzlich noch die größten Zyniker der Musikkritik ihn akzeptieren und seine Live-Qualitäten in den Himmel loben, ist der Erfolg sicherlich berechtigt und sein Status als Superstar in Stein gemeißelt.
Sicher hat Jay Kay auch an der Legende JAMIROQUAI gebastelt und für kontroverse Diskussionen gesorgt. Der Name "JAMIROQUAI" steht sowohl für ihn selbst als auch für die Band. Jay wählte den Namen als eine Art Tribut an den Stamm der Irokesen und dokumentierte so sein Engagement gegen die Ausbeutung und Unterdrückung der Indianer. Auch seine Statements zum Thema Umweltschutz und zur Politik im allgemeinen, die sich in vielen seiner Texte auf dem Debüt-Album "Emergency On Planet Earth" wiederfinden, sorgten nicht allerorts für Begeisterung. Gleiches galt für seine aufkeimenden, kritischen Gedanken, die im Gegensatz dazu zu stehen schienen, dass Jay gerade einen langfristigen Deal mit dem Industrie-Giganten Sony unterschrieben hatte. Aber seine spontane Offenheit und seine manchmal unkalkulierten Äußerungen machten ihn bei den Fans umso beliebter. Endlich einmal kein Heiliger, der seine Meinung kundtut, sondern ein Star mit Ecken und Kanten. Von faden Musik-Marionetten ohne Angriffsfläche hatte man die Nase voll.
Gemeinsam mit dem Keyboarder und Gründungsmitglied Toby Smith, mit dem Jay die meisten der Songs schrieb, einer eingespielten Band und ultra-coolen Videos, bewies JAMIROQUAI, dass die Musik sich mit den besten Pop- und Dance-Acts der Welt messen konnte. England war sozusagen bereits im Sturm erobert - die Singles "Too Young To Die" und "Blow Your Mind" vom Debüt-Album und "Return Of The Space Coywboy" (1994) landeten allesamt in den britischen Top 10. Der Rest der Welt konnte also folgen: "Cowboy" wurde ein Riesenerfolg in Europa und Japan und erreichte Platin-Status in England. 1997 gelang der große Durchbruch in den USA, und JAMIROQUAI sammelte vier MTV Awards und einen Grammy für das Album "Travelling Without Moving" ein, das allein in Amerika 1,5 Millionen Einheiten verkaufte.
Die Single "Virtual Insanity", die sich textlich mit den Gefahren der Biogenetik auseinandersetzt, platzierte sich weltweit in den Top 10 Charts, gefolgt von den Veröffentlichungen "Cosmic Girl" und "Alright".
Nach dem Millionenerfolg von "Travelling…"und einer ausgedehnten Welttour nahm sich JAMIROQUAI 1998 eine kurze Auszeit. Doch so ganz verschwand er nicht von der Bildfläche. Denn für den Soundtrack von ‚Godzilla' schrieb er die Nummer "Deeper Underground", die in den britischen Charts prompt auf Platz 1 landete. Auch sonst war man in diesem Jahr nicht untätig: Es gab Umbesetzungen innerhalb der Band und ein eigenes Studio in Jays Anwesen, in Buckinghamshire, wurde eingerichtet. Der richtige Ort, um mit der Arbeit an "Synkronized" zu beginnen, dem Album, dass 1999 vier Millionen Einheiten verkaufen sollte.
Während Jay in aller Stille die nächste Stufe für seine Funk-Tracks zündete, war er in der Öffentlichkeit längst zum Funk-Mythos avanciert. Dabei war Jay mit 31 Jahren trotz aller Erfahrung und allen Erfolgs immer noch jünger als viele der "Newcomer", für die sich die Öffentlichkeit sonst interessierte.
Die Vor- und Nachteile des Superstar-Status blieben dank der Yellow-Press der Öffentlichkeit jedoch nicht verborgen: Die Vorliebe für schnelle Autos, Details aus dem Privatleben auf Seite eins, sein loses Mundwerk aber natürlich auch die Privilegien und Annehmlichkeiten, die man in dieser Stellung genießt - alles willkommene Anlässe für die Medien, die gerne mal aus dem Hintergrund schießen.
"Die Leute sollten nicht vergessen, dass ich auch nur ein Mensch bin, kein Mythos, sondern ein menschliches Wesen, das auch Fehler hat und gar nicht perfekt sein kann," so Jay. "Ich entwickle mich immer noch weiter und bin im Grunde meines Herzens noch ein Kind. Manche Menschen werden schnell erwachsen, bei manchen dauert es eben lange. Aber alles, was ich in meinen Texten zu sagen habe ist ernst gemeint und ich stehe dazu. Ich habe immer noch die selbe Einstellung zu den wichtigen Dingen im Leben. Und schließlich verletze ich ja auch niemanden mit meinen Songs. Das einzige, was ich mir wünsche ist, dass die Leute auf meine Musik stehen und dazu abgehen. Wenn sie die Texte auch noch gut finden, oder denken 'oh ja, das kommt mir bekannt vor, das sehe ich auch so oder das habe ich auch schon erlebt' - umso besser."
"A Funk Odyssey" ist ein wahrhaft vielschichtiges Album. Eine musikalische Attacke auf Leib, Herz und Seele. Zum ersten Mal nutzte die Band die brandneue Programming-Suite in Jays Studio. Sie sampelten sich selbst und vermischten das Organische mit dem Technischen. Auch der neue Gitarrist Rob Harris beeinflusst den Sound laut Jay nicht unerheblich sowohl als Musiker, als auch als Co-Autor vieler Titel. "Die Zusammenarbeit hat auf jeden Fall eine Menge Spaß gemacht," so Jay, "und ich denke, wir haben uns wieder einen ganzen Schritt weiterentwickelt."
Es scheint, der JAMIROQUAI -Funk-Track wird diesmal durch pures Plasma angetrieben. Die Quincy-esque Funknummer "Little L" wird die erste Single-Auskoppelung sein. Die abgespacte Neo-Disco Nummer "Feels So Good" und der Nightfever-Style-Track "You Give Me Something" werden die Tanzflächen wieder vibrieren lassen. Aber neben den Disco-Fegern brilliert JAMIROQUAI auch bei diesem Album mit herzzerreissenden und dennoch unschnulzigen Balladen und ausgeklügeltsten Streicher-Arrangements, wobei "Picture Of My Life" und das meditative, latin-angehauchte "Corner Of The Earth" mit Sicherheit neue Highlights seiner Karriere sein werden.
"Ich denke 'Corner Of The Earth' ist ein ganz zentraler und wichtiger Song", so Jay. "Es spiegelt genau mein jetzige Verfassung wider. Und ich denke, er wird jeden ansprechen, der sich gerade rundum glücklich fühlt. Ich bin sehr stolz auf diesen Song. Die Kombination aus Musik und Text hat einen verdammt guten Flow und trotzdem kleine Haken, damit es nicht zu gefällig wird. Aber auch 'Little L' und 'You Give Me Something' sind sehr gute Songs - besonders für eine Band wie unsere. Sie sind so gradlinig und auf den Punkt gebracht und haben schon fast etwas hymnenhaftes. 'Picture Of My Life' ist, wie der Titel schon sagt, eine Standortbestimmung. Dieser Song spiegelt genau wider, wie ich mich zu dem Zeitpunkt fühlte, als ich ihn geschrieben habe. Um ehrlich zu sein, ich habe geheult, als ich diesen Song schrieb, und ich bin jedes Mal tief berührt, wenn ich ihn höre, so ehrlich ist er."
Im neuen Jahrtausend ist es noch schwieriger, JAMIROQUAIs Musik einem bestimmten Genre zuzuordnen. Man bedenke, dass Jay zu Beginn seiner Karriere ein dürres, weißes Kid war, das schwarze Musik mit funkigen Beats machte und eine ernste Aussage über ökonomische Probleme und Zustände in der dritten Welt versuchte zu transportieren. Zehn Jahre später steht wieder ein dünnes, weißes Kid an der Spitze der Rap-Stars, Funk und Disco sind gesellschaftsfähig und massenkompatibel geworden, und eine ganze Bewegung geht auf die Straße und demonstriert gegen die gleichen Missstände, die JAMIROQUAI schon damals anprangerte. Es hat sich viel getan in den zehn Jahren, und JAMIROQUAI hat diese Entwicklung mit Sicherheit maßgeblich beeinflusst. Ein guter Grund zufrieden zu sein, aber für ihn gibt es einen noch besseren:
"Musikalisch hatte ich ein verdammt gutes Jahr", so Jay. "Ich bin eigentlich wunschlos glücklich und das spiegelt sich auch in den anderen Bereichen meines Lebens wider. Ich habe ein gutes Gefühl, was dieses Album angeht…ein verdammt gutes". Wer will ihm da widersprechen?
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